Churros: Herkunft, Porras und heiße Schokolade
Churros sind ein frittiertes Spritzgebäck aus Spanien: Ein einfacher Teig aus Mehl, Wasser und Salz wird durch eine Sterntülle direkt ins heiße Öl gedrückt und goldbraun herausgebacken. Außen knusprig, innen weich, werden sie in Spanien meist in dicke heiße Schokolade getunkt. In Lateinamerika isst man sie gern mit Zimt und Zucker oder gefüllt mit Dulce de leche.
Was sind Churros genau?
Für den klassischen spanischen Teig braucht es nur drei Zutaten. Das Wasser wird mit etwas Salz aufgekocht, das Mehl auf einmal dazugegeben und alles kräftig verrührt, bis ein fester, glatter Teig entsteht. Der kommt in eine churrera, eine Art große Spritze mit sternförmiger Tülle. Die Rillen sind kein Zufall: Sie vergrößern die Oberfläche, und so wird der Churro rundherum knusprig. Gebacken wird in heißem Öl, entweder in langen Stangen oder als Schlaufe (churro de lazo). Anders als beim Krapfen kommt der Teig ohne Ei, Germ (Hefe) und Zucker aus; süß wird das Ganze erst durch das, was dazukommt.
In Spanien gibt es dazu chocolate a la taza: eine heiße Schokolade, so dick, dass sie fast wie Pudding vom Churro tropft. Gegessen wird das zum Frühstück, am Nachmittag oder ganz traditionell im Morgengrauen nach einer durchfeierten Nacht. Auch am Neujahrsmorgen gehören Churros mit Schokolade für viele Spanierinnen und Spanier dazu. Verkauft werden sie in der churrería, einem kleinen Lokal oder Standl, das oft schon in aller Früh aufsperrt.
Churros oder Porras?
Wer in Madrid frühstückt, hat oft die Wahl. Porras sind die dicken Verwandten: Ihr Teig wird mit Natron oder Hefe gelockert, sie gehen beim Frittieren stärker auf und sind größer, luftiger und weniger stark gerillt. Churros bleiben dünner, dichter und knuspriger. Im Süden Spaniens kommen noch mehr Namen dazu: In Granada, Málaga und Cádiz sagt man tejeringos, in Córdoba jeringos, in Sevilla und Huelva calentitos. Und in manchen Gegenden heißt einfach alles Churro.
Woher kommen die Churros?
Ganz sicher weiß das niemand, es kursieren mehrere Geschichten. Die bekannteste erzählt von spanischen Hirten, die in den Bergen statt Brot einen einfachen Teig über dem Feuer frittierten; der Name soll von den gedrehten Hörnern des Churra-Schafs kommen, einer Rasse aus Kastilien und León. Viele Historiker halten das eher für eine Legende. Andere verweisen auf frittierte Teige, die es schon im arabisch geprägten Al-Andalus und davor bei den Römern gab. Eine weitere Hypothese führt nach China: Portugiesische Seefahrer könnten dort den Youtiao kennengelernt haben, ein frittiertes Teigstangerl, das bis heute zum Frühstück gegessen wird. Bewiesen ist keine dieser Theorien. Wahrscheinlich sind viele Kulturen unabhängig voneinander auf die Idee gekommen, Teig in Öl herauszubacken.
Von Navarra nach Mexiko: Die traditionsreiche Churrería El Moro in Mexiko-Stadt wurde 1935 von Francisco Iriarte gegründet, einem Einwanderer aus dem Baztán-Tal in Navarra.
Churros in Lateinamerika
- Mexiko: Die Churros werden noch heiß in Zucker und Zimt gewälzt und mit heißer Schokolade oder Cajeta serviert, einer Karamellcreme aus Ziegenmilch. Oft gibt es sie auch gefüllt.
- Argentinien und Uruguay: Ein Klassiker sind Churros mit Dulce-de-leche-Füllung; in Uruguay gibt es außerdem eine pikante Version mit geschmolzenem Käse.
- Kolumbien und Venezuela: Gefüllt wird mit Arequipe (so heißt dort Dulce de leche), Kondensmilch oder Bocadillo, einer festen Guavenpaste.
- Kuba: Hier sind Churros mit Guavenfüllung beliebt.
Tipps zum Probieren
- Churros schmecken frisch aus dem Öl am besten. Schon nach ein paar Minuten verlieren sie an Knusprigkeit.
- Die spanische Schokolade ist kein Kakao zum Trinken, sondern eher eine dicke Creme zum Eintunken. Ein Häferl reicht für mehrere Churros.
- Wenn du die Wahl hast: Porras sind weicher und sättigender, Churros feiner und knuspriger.
- Mit Zimt und Zucker oder gefüllt sind Churros eher Nachspeise oder Snack für zwischendurch, ganz ohne Schokolade.
Wo du in Wien Churros bekommst, findest du unten.
Churros in Wien
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