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Merengue: Herkunft, Rhythmus und Grundschritt

Merengue ist die Nationalmusik und der Nationaltanz der Dominikanischen Republik. Die Musik ist schnell und fröhlich, der Tanz ein Paartanz mit einem ganz einfachen Grundschritt: Man macht auf jeden Schlag einen Schritt. Deshalb gilt Merengue als idealer erster Latin-Tanz.

Woher kommt der Merengue?

Der Merengue stammt aus der heutigen Dominikanischen Republik und wird dort seit dem 19. Jahrhundert getanzt. Die erste bekannte schriftliche Erwähnung als Tanz stammt aus dem Jahr 1854, aus einer Wochenzeitung in Santo Domingo; damals war er offenbar schon verbreitet. Besonders stark verwurzelt war er im Cibao, dem fruchtbaren Tal im Norden um Santiago. Woher das Wort kommt, ist unklar. Eine beliebte Theorie verbindet es mit dem Süßgebäck aus geschlagenem Eiweiß (Baiser), bewiesen ist sie nicht.

Lange galt der Merengue in der feinen Gesellschaft als zu derb. Das änderte sich unter dem Diktator Rafael Leónidas Trujillo, der von 1930 bis 1961 regierte. Er ließ Orchester Merengue spielen, förderte Bands und machte den Tanz zum nationalen Symbol; viele Lieder dieser Zeit verherrlichten ihn. Ab den 1960er-Jahren modernisierten Musiker wie Johnny Ventura den Merengue, später brachten Wilfrido Vargas und Juan Luis Guerra ihn in die ganze Welt.

Kulturerbe: 2016 hat die UNESCO Musik und Tanz des Merengue in der Dominikanischen Republik in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.

Güira, Tambora und Akkordeon

Den typischen Klang des traditionellen Merengue, des Merengue típico oder „Perico ripiao“, machen drei Instrumente: die Güira, ein metallenes Schrapinstrument, das ständig rasselt; die Tambora, eine zweifellige Trommel, die mit Hand und Stock gespielt wird; und das Akkordeon. Das Akkordeon kam erst Ende des 19. Jahrhunderts über deutsche Tabakhändler ins Land und verdrängte die Gitarren, die vorher gespielt wurden. Im großen Orchester-Merengue kommen Saxofone, Trompeten, Klavier und Bass dazu.

So wird Merengue getanzt

Die Musik läuft in einem schnellen Zweiertakt, und auf jeden Schlag kommt ein Schritt, fast wie beim Marschieren auf der Stelle: links, rechts, links, rechts. Die Knie werden dabei abwechselnd leicht gebeugt, dadurch bewegt sich die Hüfte von selbst mit. Das Paar tanzt meist in geschlossener Haltung, geht seitwärts, dreht sich langsam umeinander und löst sich für Drehungen unter dem Arm.

Über den eigentümlichen, etwas hinkenden Schritt erzählt man sich Legenden, etwa von einem verwundeten Kriegshelden, dem zu Ehren alle das Bein nachzogen. Historisch belegt ist davon nichts, aber die Geschichte hört man auf jeder dominikanischen Party.

Warum Merengue gut für den Anfang ist

  • Kein Zählen nötig: Ein Schritt pro Schlag, ohne Pausen. Wer gehen kann, kann nach wenigen Minuten Merengue tanzen.
  • Gute Basis: Hüftbewegung, Haltung und einfache Drehungen aus dem Merengue helfen dir später bei Salsa und Bachata.
  • Auf jeder Latin-Party: Zwischen Salsa und Bachata läuft oft auch ein Merengue, und dann ist die Tanzfläche voll.
  • Kurs suchen: Eigene Merengue-Kurse sind selten. Oft wird er in Latin-Kursen oder in Einsteigerstunden für Salsa und Bachata mitunterrichtet; frag am besten direkt in der Tanzschule.

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