Zum Inhalt springen

Kizomba: Herkunft, Stile und Verbindung

Kizomba ist ein Paartanz und eine Musikrichtung aus Angola. Getanzt wird langsam und eng, in einer Umarmung, mit weichen Schritten und viel Gefühl für die Musik. Das Wort stammt aus dem Kimbundu, einer Sprache Angolas, und bedeutet so viel wie „Fest“.

Woher kommt die Kizomba?

Die Kizomba entstand in den 1980er-Jahren in Angola, manche Quellen setzen die Anfänge schon Ende der 1970er an. Ihre wichtigste Wurzel ist der Semba, ein schnellerer angolanischer Tanz und Musikstil, der schon ab den 1950er-Jahren populär war. In den Jahren des Bürgerkriegs hörten viele Angolaner karibische Musik, vor allem den Zouk von den Französischen Antillen (Guadeloupe und Martinique), den die Band Kassav’ ab 1979 bekannt gemacht hatte. Aus dieser Mischung entstand ein langsamerer, romantischer Sound mit betontem Bass und Synthesizern.

Als prägende Figur gilt der Sänger und Produzent Eduardo Paím, der oft als „Vater der Kizomba“ bezeichnet wird; er selbst nennt sich ihren Wegbereiter. Wer genau den Stil „erfunden“ hat, ist aber, wie bei fast jeder Musikrichtung, nicht eindeutig zu sagen. Mit Einwanderern aus Angola und anderen portugiesischsprachigen Ländern Afrikas kam die Kizomba nach Portugal, vor allem in den Großraum Lissabon, und von dort in die Tanzszenen ganz Europas.

Nationales Kulturerbe: 2024 hat Angola die Kizomba offiziell zum nationalen immateriellen Kulturerbe erklärt.

So wird Kizomba getanzt

Die Basis der Kizomba ist das Gehen: ruhige Schritte, saubere Gewichtsverlagerungen, kleine Pausen. Die Knie bleiben leicht gebeugt, die Bewegung bleibt nah am Boden. Geführt wird weniger mit den Händen als mit dem Oberkörper, sodass beide Partner die Musik gemeinsam interpretieren. Feste Figurenfolgen gibt es kaum; vieles wird improvisiert.

Die Umarmung ist eng, aber sie ist kein Muss: Wie viel Nähe sich angenehm anfühlt, entscheidet jede Person selbst, und ein guter Tanzpartner respektiert das. Gute Kizomba erkennst du nicht an spektakulären Figuren, sondern daran, dass sich beide entspannt mit der Musik bewegen.

Traditionell, Semba oder Urban Kiz?

  • Kizomba (traditionell): geerdet, kompakt, mit vielen kreisenden Bewegungen und enger Verbindung im Oberkörper. So wird sie in Angola und in der angolanischen Diaspora getanzt.
  • Semba: der Vorläufer, schneller und verspielter, mit mehr Sprüngen und Schritttricks.
  • Tarraxinha: sehr langsam und klein, die Bewegung kommt vor allem aus der Hüfte.
  • Urban Kiz: um 2013 in Paris entstanden, mit aufrechter Haltung, geraden Linien, Drehungen und Elementen aus dem Hip-Hop. Getanzt wird oft zu Ghetto-Zouk und Remixes. Seit 2015 trägt der Stil diesen Namen, um ihn von der Kizomba abzugrenzen.

Tipps für den Einstieg

  • Erst gehen, dann tanzen: Konzentrier dich auf ruhige Schritte und den Takt, bevor du Hüftbewegungen oder Figuren dazunimmst.
  • Nach dem Stil fragen: „Kizomba“ heißt nicht überall dasselbe. Frag in der Tanzschule, ob traditionelle Kizomba, Semba oder Urban Kiz unterrichtet wird.
  • Ohne Partner kommen: In vielen Kursen wird gewechselt, du kannst meist allein kommen.
  • Grenzen ansprechen: Wenn dir die Umarmung zu eng ist, sag es; mehr Abstand ist völlig in Ordnung.

Kizomba-Tanzschulen in Wien findest du unten.

Kizomba in Wien: Tanzschulen

Alle Tanzschulen für Salsa, Tango, Flamenco & Co. in Wien →