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Arepas: Herkunft, Füllungen und Unterschiede zwischen Venezuela und Kolumbien

Arepas sind runde, flache Fladen aus Maisteig, die in Venezuela und Kolumbien jeden Tag gegessen werden – zum Frühstück, mittags oder spätabends. Sie werden auf einer heißen Platte oder in der Pfanne gebacken, manchmal auch gegrillt oder frittiert. In Venezuela schneidet man sie meist auf und füllt sie wie eine Tasche, in Kolumbien isst man sie oft als Beilage oder mit Käse obendrauf.

Woher kommt die Arepa?

Die Arepa ist viel älter als beide Länder. Schon die indigenen Völker im Gebiet des heutigen Venezuela und Kolumbien backten Fladen aus gemahlenem Mais; das Wort geht auf erepa zurück, das Wort für Maisbrot in der Sprache der Cumanagoto. Wem die Arepa „gehört“, darüber wird zwischen Venezolanern und Kolumbianern gern und leidenschaftlich gestritten. Fair ist wohl: Sie ist ein gemeinsames Erbe, und beide Länder haben daraus über Jahrhunderte ihre eigene Tradition gemacht.

Früher war die Arepa viel Arbeit: Der Mais musste gekocht, geschält und gemahlen werden. Das änderte sich mit vorgekochtem Maismehl. Die bekannteste Marke, Harina P.A.N., brachte das venezolanische Unternehmen Empresas Polar 1960 auf den Markt. Seitdem braucht man nur Mehl, Wasser und Salz, und der Teig ist in wenigen Minuten fertig.

Gut zu wissen: P.A.N. steht für „Producto Alimenticio Nacional“, also „nationales Lebensmittelprodukt“. Oft wird der venezolanische Ingenieur Luis Caballero Mejías als Erfinder des vorgekochten Maismehls genannt; Empresas Polar selbst führt sein Verfahren aber nicht auf ihn zurück.

Venezolanische Arepas: gefüllt bis zum Rand

  • Reina pepiada: Hühnerfleisch mit Avocado und etwas Mayonnaise, cremig und frisch. Der Name („die kurvige Königin“) soll eine Hommage an Susana Duijm sein, die 1955 als erste Venezolanerin Miss World wurde.
  • Dominó: schwarze Bohnen mit geriebenem weißem Käse – schwarz und weiß wie Dominosteine.
  • Pabellón: die Arepa-Version des Nationalgerichts, mit gezupftem Rindfleisch, schwarzen Bohnen, gebratener Kochbanane und Käse.
  • Pelúa: gezupftes Rindfleisch mit geriebenem gelbem Käse.

Kolumbianische Arepas: jede Region ihre eigene

  • Arepa de choclo: aus jungem, süßem Mais, etwas dicker und leicht süß, oft mit einem Stück weichem Käse.
  • Arepa de huevo: von der Karibikküste. Der Teig wird frittiert, aufgeschnitten, mit einem rohen Ei gefüllt und noch einmal frittiert.
  • Arepa boyacense: aus der Region Boyacá, mit Butter, Käse und manchmal Ei, eher süß.
  • Arepa paisa: aus Antioquia, dünn und schlicht, als Beilage zu fast allem – auch zur Bandeja paisa.

Tipps für den ersten Biss

  • Für den Einstieg ist eine Reina pepiada oder eine Arepa mit Käse eine sichere Wahl.
  • Venezolanische Arepas sind eine ganze Mahlzeit; kolumbianische sind oft kleiner und eher Beilage oder Snack.
  • Glutenfrei? Arepas aus reinem Maismehl enthalten von Natur aus kein Gluten. Wenn du Zöliakie hast, frag trotzdem nach: In der Küche kann es Kontakt mit Weizen geben, etwa über dieselbe Platte oder Fritteuse, und manche Füllungen enthalten Gluten.
  • Arepas schmecken frisch am besten, außen knusprig und innen weich.
  • Auf Speisekarten steht die Füllung meist direkt im Namen: „Arepa de queso“ ist mit Käse, „de pollo“ mit Huhn, „de carne mechada“ mit gezupftem Rindfleisch.

Venezolanische und kolumbianische Lokale in Wien findest du unten.

Arepas in Wien: venezolanische und kolumbianische Lokale

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