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Tapas: Herkunft, Pintxos und Raciones und wie man „de tapas“ geht

Tapas sind kleine Portionen, die man in Spanien zu einem Getränk isst: ein paar Oliven, ein Stück Tortilla, ein Teller Schinken oder eine Handvoll frittierter Calamari. Sie sind weniger ein bestimmtes Gericht als eine Art zu essen – im Stehen an der Bar, mit Freunden, von Lokal zu Lokal. Wer nach „Was sind Tapas?“ sucht, bekommt also eigentlich zwei Antworten: kleine Happen und eine ganze Esskultur.

Woher kommen die Tapas?

Ganz geklärt ist das nicht. Das spanische Wort tapa heißt „Deckel“, und die bekannteste Erklärung passt dazu: In Andalusien soll man das Glas Wein oder Sherry mit einer Scheibe Brot, Schinken oder Käse abgedeckt haben, damit weder Staub noch Fliegen hineinfallen. Dazu gibt es mehrere Königslegenden – etwa die von Alfonso X., der angeordnet haben soll, Wein nur mit etwas zu essen auszuschenken, oder die eines Königs in einer Taverne in Cádiz, dem der Wirt das Glas mit Schinken „zudeckte“. Belege dafür gibt es keine; es sind schöne Geschichten, mehr nicht.

Sicher ist: Die kleine Beilage zum Getränk ist in Spanien alt, das Wort in dieser Bedeutung aber relativ jung. Schriftlich taucht es Anfang des 20. Jahrhunderts auf, vor allem in Andalusien.

Spät im Wörterbuch: Die Real Academia Española nahm tapa als „kleine Portion zum Getränk“ erst in den 1930er-Jahren auf – und führte es bis 1970 als andalusischen Ausdruck.

Tapa, Ración oder Pintxo?

  • Tapa: die kleine Portion, oft für eine Person, manchmal gratis zum Getränk.
  • Ración: eine größere Portion desselben Gerichts, gedacht zum Teilen in der Runde. Viele Bars bieten auch eine media ración (halbe Portion) an.
  • Pincho / Pintxo: im Baskenland und in Navarra die typische Form – kleine Häppchen, oft auf einer Brotscheibe und mit einem Zahnstocher fixiert, die auf der Theke stehen. In manchen Bars zählt man am Ende die Zahnstocher, um die Rechnung zu machen. Ein Klassiker ist die „Gilda“ aus San Sebastián: Olive, Sardelle und eingelegte grüne Pfefferoni auf einem Spieß.

„Ir de tapas“: So funktioniert das

In Spanien bleibt man beim Tapas-Essen selten den ganzen Abend in einem Lokal. Man geht de tapas oder tapear: ein Getränk und eine Tapa hier, das nächste ein paar Häuser weiter. Dazu trinkt man meist eine caña (kleines Bier vom Fass) oder ein Glas Wein.

In einigen Städten gibt es die Tapa noch automatisch zu jedem Getränk dazu, ohne Aufpreis. Am bekanntesten dafür ist Granada: Zu jeder Runde kommt eine Tapa, und wer bleibt, bekommt oft jedes Mal etwas anderes. Auch in León, Jaén und Almería ist das üblich. In Madrid, Barcelona oder Valencia zahlt man Tapas dagegen meist extra.

Klassische Tapas

  • Kalt: Oliven, Jamón (luftgetrockneter Schinken), Manchego-Käse, boquerones en vinagre (in Essig eingelegte Sardellen), ensaladilla rusa (Erdäpfelsalat mit Thunfisch und Mayonnaise).
  • Warm: patatas bravas, croquetas (Kroketten mit Schinken oder Huhn), gambas al ajillo (Garnelen in Knoblauchöl), albóndigas (Fleischbällchen), pimientos de Padrón (gebratene kleine grüne Paprika).
  • Dazwischen: Tortilla española, frittierte Calamari, pulpo a la gallega (Oktopus mit Paprikapulver und Olivenöl).

Tipps für deinen Tapas-Abend

  • Bestell lieber mehrmals wenig als einmal viel. Drei, vier Tapas für den Anfang reichen, nachbestellen kannst du immer.
  • Teilen ist der Sinn der Sache: Alles kommt in die Mitte, jeder nimmt sich.
  • Für eine Gruppe ist eine ración oft praktischer als viele einzelne Tapas.
  • Mischt kalt und warm, Fisch und Fleisch, Frittiertes und Frisches.
  • Dazu passt ein kühles Bier, ein trockener Sherry (Fino) oder ein Glas Rotwein.

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